Zigarren sind anspruchsvoll. Sie fordern, was knapp ist: unsere Zeit. Erstklassige Zigarren brennen langsam. Da hilft kein gieriges Ziehen. Daher habe ich hier zum guten Ding, das Weile haben will, 25 kantige Takte notiert:
Petitessen von A bis Z zu Rauch, Schall und Zigarren. Alles mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift »CIGAR- Das europäische Zigarrenmagazin« und alle mit einer Portion Humor zu lesen :-)
Vermissen Sie ein Thema? Haben Sie weitere Fragen? Schreiben Sie mir eine E-Mail, gerne helfe ich Ihnen weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Joannis Malathounis
Zigarrenlexikon
Afrocuba
Auf den Santeria-Altaren in Kuba liegen neben Dollar- und Peso-Scheinen, Rum und Reiskörnern auch fast immer Zigarren. Für die Anbeter der afrokubanischen Götter (Orishas) ist Tabak eine Heilpflanze. Lydia Cabrera, die Eminenz der Santeria-Wissenschaft, erklärt in ihrem Wälzer »El Monte« (Der Berg), was das Nicotiana tabacum am afrokubanischen Götterhimmel bedeutet.
Tabak wird männlichen Göttern geopfert. Die afrokubanischen Tabak-Orishas heißen Osain, Eleggua, Oggun und Ochosi. Für kurative Zwecke pressen die Baba-lawos (Priester) den Saft aus Wurzeln, Blättern, Blüten und den grünen Stilen und vermischen den Trank mit dem Saft anderer Kräuter. Die gekochte Mixtur soll gegen Grippe, Schüttelfrost, Starr- und Nervenkrampf wirken.
Buen provecho! Mahlzeit.
Was jetzt kommt, ist nichts für Werkfromme, die bei Tisch in Schweiß geraten und bei der allgemeinen Stimmung der schwachen Vernunft wankelmütig werden. Es sind leise Empfehlungen für Zeitgenossen, die essen, trinken und schmauchen, ohne daß ihnen nachher der Leib zur Gurgel steht:
Gefüllte Wachtel und Gänseleber in Apfel-Zimt-Sauce mit Apfelschnaps; danach eine schlanke, leichte und diskrete Zino Elegance (Honduras).
Hirschrücken im Kürbismantel auf Orangensauce mit Orangenblütenschnaps; danach eine gefällige und sanfte Plaisier von Chambrair (Dominikanische Republik).
Variation von der Mango mit Marillenschnaps; dann eine duftig und elegante Sanchos Especial von Sancho Panza (Havana).
Sorbet von Cassis mit schwarzem Ribiselschnaps; danach eine floral-feine Cristales von H. Upmann (Havana) für Einsteiger.
Cuaba
Natalia hält einen wohltemperierten Vortrag über die Vorzüge der neuen Cuaba-Zigarren im Labor für Qualitätskontrolle der Romeo y Julieta-Fabrik in Havana.
Ein Augenschein in Dutzenden von offiziellen Zigarrenläden zeigt, daß die Cuaba in Havana zur gleichen Klasse von virtuellen Produkten gehört wie Orangen, Bananen, Fisch und Fleisch. Güter, die es im Alltag theoretisch gibt, der »Sonderperiode zu Friedenszeiten« aber selten sind.
Plötzlich geht eine Türe auf im Qualitätslabor. Ein Companero bringt vier Schachteln herein, je eine Cuaba-Divino, Exclusivo, Generoso, Favorito.
"Nimm eine Schachtel", sagt Natalia. Man greife nach 25 Generosos. "Wo kann man zahlen?" "Zahlen?" fragt Natalia. Im grün getünchten »Labor für Zigarren« wird es still. Ich weiß jetzt: Die Cuaba existiert, nicht nur in London, Madrid oder in Beirut. In Kuba ist die Cuaba als Geschenk fast leichter zu haben als gegen Dollars.
Die Schönen, die Reichen und die Stumpen
Demi Moore, Sharon Stone, Whoopy Goldberg, Madonna, Shari Belafonte, das Supermodel Linda Evangelista, Good Girls und Bad Girls, Stars und Sternchen: Alle nuckeln sie stilvoll und öffentlich an den aromatischen Raucherstangen.
An der US-Ostküste gibt es neue Raucher-Frauen-Clubs wie zum Beispiel die edle George Sand Society. Die Ladies wollen hoch hinaus. Ihr Vorbild ist die Geliebte von Frédéric Chopin. Sie mochte Männerkleidung, und sie liebte den Komponisten und Zigarren.
Besser als mit Psychologie und Analyse läßt sich das Phänomen der zigarristischen Zuwendung der Schönen und Reichen mit der amerikanischen Volksseele erklären: Im Land von Bill Clinton und seinem Oral Office ist gut, was hinreichend teuer, exklusiv, zuweilen verboten und verpönt ist - und was man besser nicht inhaliert und runterschluckt.
El Nino
El Nino (das Kind) ist ein langer Kerl mit offenem Hemd und einem Sombrero auf dem gescheiten Schädel. Er dreht in 30 Sekunden vor meinen Augen eine Zigarre, seine Hausmarke. Der Füller rutscht ihm wie aus dem Universum in die Finger, das Deckblatt klatscht er tragischer um den rustikalen Zigarrenkörper. El Nino ist Veguero im kubanischen Vinales-Tal. 50 Jahre lang raucht er Zigarren. Wie es seiner Lunge geht?
"Chico, meine Puros haben kein Nikotin. Ich trockne und fermentiere die Tabakblätter, als wären sie meine eigene Seele; sie muß ohne Schatten bleiben." Adios. Sagt es, steckt sich eine an, schwingt sich aufs Pferd und entschwindet im rostroten Acker. El Ninos Seele mag weiß sein, aber seine Lunge?
Noch nie sind die Gegner und die Befürworter des Rauchens im Kampf ums reine Leben so weit hinausgelehnt. Angst vor Tumoren im Mund, in Lunge und Speiseröhre, der Kummer vor Magengeschwüren und Herzinfarkten. Immer mehr Erwachsene der entwickelten Welt muten sich die Punkt-Schluß-Methode zu. Wer den Bruch mit dem Dunst von einem auf den anderen Tag nicht schafft, greift zum Nasenspray, zum Psychologen, zum Kaugummi und zu allerlei Pflastern.
Warum wohl sind so wenige Zigarrenraucher bei den Nikotinaussteigern? Wenn schon rauchen, dann gesund.
Fälschungen
Beim Zigarrenmachen ist das Ganze mehr als die Summe aller Teile. Wer fälscht mir einen Maserati, einen Airbus oder einen Goldbarren? Warum fallen Billigraucher immer wieder darauf herein, man könne eine Cohiba, eine Hoyo de Monterrey, eine San Louis Rey oder eine Sancho Panza billiger erwerben?
Trotzdem: Es gibt sie, die ambitionierten Fälscher. Ein Aficionado berichtete von einer Klitsche des Senor Julio Perez Gonzales, der an der Calle de Conde 109 in Santo Domingo windige Montecristi an Package-Touristen verdealt. Die getürkte Tabakmanufaktur Monte Cristi de Tobacos soll pro Jahr rund eine halbe Million Zigarren erfolgreich zusammentrudeln.
Grundrechte
"Passivraucher sind durch die Belästigung von Tabak in der Öffentlichkeit nicht in ihren Grundrechten verletzt."
Mit dieser Begründung nahm das Bundesverfassungsgericht die Beschwerde eines Nichtrauchers nicht zur Entscheidung an. Es sei nicht erkennbar, daß der Kläger durch das Rauchen an öffentlich zugänglichen Orten in seinem Recht auf körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt sei, so die Karlsruher Richter.
Grundsätzlich bestehe eine Schutzpflicht des Staates für seine Bürger. Dabei habe der Gesetzgeber jedoch einen weiten Gestaltungsspielraum, meinen die Verfassungsrichter.
Habanas pro Kilo
Die Szene wiederholt sich für jeden Zigarren-Aficionado: Im Hotelzimmer türmen sich die Zigarrenkistchen. Wie bringe ich all die Ware durch den Zoll? Auf nichtrauchende Passagiere verteilen? Das ist stillos.
Die Angst des Rauchers vor dem Taxman ist überrissen. Die Regelung - zumindest in der Schweiz - ist einfach. Jede Person über 17 Jahren darf für den privaten Gebrauch 50 Zigarren in die Schweiz zollfrei einführen. Alle weiteren Puros kosten pro Kilo 16.15 Franken Zoll (exklusive MwSt.)
Das ist weniger als der Preis einer einzigen Cohiba der Superklasse.
Auskunft erteilt am Flughafen Zürich: (00 41) 01 8 16 20 55
Inhalieren
Reuevolle Zigarettenraucher hauen sich immer wieder selbst über die Ohren. Umsteiger holen sich den neuen Kick durch Mehrrauchen und tieferes Inhalieren. Weil Zigarrenrauch die Schleimhäute reizt, wird er seltener inhaliert. Leidenschaftliche Raucher der Zigaretten-Fraktion sind aber oft schon so geeicht, daß sie auch aus vollen Lungen an den dicken Raucherbengeln ziehen.
Jesuiten
Es gab Zeiten, da verkündeten die Jesuiten in der Neuen Welt nicht nur das Evangelium, sondern redeten listig dem Tabakkonsum ad majorem dei gloriam das Wort: Die Compania de Jesus bereicherte sich an riesigen Tabakländereien.
Kuba-Rennen
Eigentlich wollte Nikki Lauda die Formel 1 bis spätestens im Jahre 2000 nach Kuba bringen. Der Ex-Champion prüft wohl noch immer auf der Karibikinsel die Voraussetzungen für die schnellen Boliden. Ärger um die Tabakwerbung droht kaum im Land der Zigarren.
Autorennen hat es zu Batistas Zeiten in Havana schon gegeben. Castros Revolution hatte den glitzernden Tanz um die schnellen Boliden jahrzehntelang als kapitalistische Idiotie abgetan.
Literatur
Wo Rauch ist, ist Literatur und Guiermo Cabrera Infante ganz in der Nähe. »Holy Smoke«. Cabreras Buch mit diesem Titel ist 13 Jahre nach dessen Veröffentlichung in England auch in den USA ein Hit, genau richtig mit der hochschießenden Zigarrenmode. Der kubanische Literat, Zigarrenconnaisseur und Castro-Kritiker im Exil bringt mit seinem monumentalen Werk viel Zigarrenkultur und kubanische Geschichte rüber.
Holy Smoke kommt in dicken Rhythmen und barocken Details daher und bringt der vollen Sprache wegen auch Nichtraucher in Fahrt. Holy Smoke hinterlässt einen süßen Nachgeschmack und brennt nie in den Augen.
Montecristo No. 4 Mafia
Tagebuchauszug frei nach Walter Augustin "Mojito o Hostia, Kuba ist shmoov", leicht überdrehte Internetversion (1996):
"... Nach dem Museum begann die große Zigarrentour. Leider hat in Havana die Montecristo
Nr. 4-Mafia zugeschlagen. Diese auch Cosa Nuestra genannte Organisation hat sämtliche
Montecristo Nr. 4 unter ihre Kontrolle gebracht. Das gemeine Volk kann sich aufhängen.
So kaufte ich nur Sancho Panza und Ramon Allones.
Bald möchte ich noch oben genannte Nr. 4 besorgen, aber die astronomischen Preise stimmen
mich mißmutig.
Eine Horde wilder Portugiesen betritt die Bar mit Schachteln von Cohiba Robustos.
Uns wird vor Augen und Nasen geführt, daß die Robustos echt waren, welche die Portugiesen
für 20 Dollar gekauft hatten. Bestürzend.
Wir ließen uns die Adresse des Schwarzhändlers geben und fuhren hin.
Der Erwerb der Zigarren lief so ab, wie man sich einen Drogenkauf in New York vorstellt:
In Hinterzimmern von baufälligsten Häusern, mit gedämpfter Stimme, Probieren, Reklamieren,
Später-wieder-kommen-sollen, vorsichtiges Umschauen beim Auf-die-Strasse-Treten,
Fahrten in verbotenen Taxis aus den 50er Jahren ..."
New England Journal of Medicine
Nichtraucher sind für die Allgemeinheit im Durchschnitt 7 bis 10% teurer als Raucher, meldet das Fachorgan. Nichtraucher leben länger, sterben langsamer und beanspruchen mehr Rente.
Moral der Geschichte: Rauche, arbeite bis du umfällst, stirb früh und subito. Jährlich sterben in der Schweiz zwischen 8.500 und 10.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, berichtet das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die illegalen Drogen wie Kokain und Heroin rissen in der Schweiz im vorigen Jahr 241 Menschen in den Tod.
Die Wege des Gesundheitsfaschismus sind verschlungen.
Oscar Wilde
Nebelt Zigarrenrauch die Gedanken ein oder macht er sie frei? Sicher ist, daß der blaue Dunst die Gedanken nicht in Ruhe läßt. "Der Genuß einer guten Zigarre lasse uns an Zeiten erinnern, die es nie gegeben hat", meint Oscar Wild. Das ist die Relativitätstheorie der Zigarrenraucher auf den Punkt gebracht.
Phillies Blunts
Für die Hang-Loose-Kids der 90er Jahre sind Zigarrenraucher nichts als altmodische Kiffer. In dieser jugendsüchtigen Zeit sind Nuancen nicht gefragt. Ole Schulz, ein Kiffer aus Berlin, erklärt uns in einfachen Worten, wie eng Zigarrenschmauch und Dope manchmal beisammen sind:
"New Yorker Streetboys schwören auf Phillies Blunts, die hellbraunen Zigarren. Sie schneiden sie vorsichtig mit Rasierklingen auf, füllen sie mit Gras und kleben sie dann wieder zu und ziehen am Joint, so dick wie ein Ofenrohr."
Quiz
- Beginnen Sie den Tag mit einer Zigarre bevor Sie noch richtig wach sind?
- Haben Sie sich schon mal rasiert und darauf geachtet, daß Ihnen die Zigarre nicht ausgeht?
- Rauchen Sie nach dem Frühstück als Nachtisch eine Zigarre, oder ist die Zigarre Ihr Frühstück?
- Zünden Sie eine Zigarre an, wenn sie während des Tages zu einer neuen Aktivität übergehen?
- Rauchen Sie auf dem Klo Zigarre?
- Stecken Sie eine Zigarre an, um sich zu beruhigen?
- Rauchen Sie Puros, um sich zu konzentrieren?
- Gibt Ihnen die Zigarre Mumm vor einem wichtigen Termin?
- Nehmen Sie zur Besprechung besonders wichtiger Themen Ihren Kumpels jeweils eine Zigarre mit?
- Rauchen Sie Zigarre, wenn Sie von ihrem Chef kritisiert werden?
- Stecken Sie sich eine an, wenn der Chef Ihre Ideen gut findet?
- Rauchen Sie in der Kaffeepause Zigarre und legen das angerauchte Stück beiseite?
- Rauchen Sie Zigarre unmittelbar vor dem Essen?
- Bringen Sie sich am Nachmittag am Arbeitsplatz mit einer feinen Zigarre nochmals in Schwung?
- Haben Sie am Steuer schon mal Gas gegeben und gleichzeitig stark an der Zigarre gezogen?
- Entspannen Sie sich mit Bier und Zigarre?
- Sitzen Sie stundenlang vor dem Fernseher und rauchen mehrere Zigarren?
- Küssen Sie Ihre Partnerin, Ihren Partner, auf den Mund, während Sie Zigarre rauchen?
Revolution und Tabak
Jean Bart, der französische Seefahrerheld, rauchte im Beisein von Ludwig XIV. Dieser wundersame Akt der Herausforderung und der brüderlichen Gleichheit muß als eigentlicher Angelpunkt der Französischen Revolution betrachtet werden, berichtete 1878 der Autor Steinmetz in seinem Werk »The smoker's guide«.
Der kubanische Universalgelehrte Fernando Ortiz dichtete dem Tabak auch für die kubanische Revolution die höheren Weihen an. Im 18. Jahrhundert hätten Vegueros und Ordensbrüder mit ihren Rebellionen gegen die Tabakmonopolisten das kubanische Volk auf den revolutionären Pfad gebracht und den Kampf gegen den Totalitarismus in Politik, Wirtschaft und Religion vorbereitet.
"Contrapunteo cubano del tabaco y el azucar"
Fernando Ortiz.
Schmauchlümmel
"Die Schmauchlümmel ersticken jeden honetten Menschen", meinte Johann Wolfgang Goethe damals und gab noch einen oben drauf. Rauchen mache dumm und unfähig zum Denken und Dichten.
Selbst der liebevolle Verkehr mit Zigarren zerstöre die Literatur: "Wenn es so fortgeht, wie es den Anschein hat, so wird man nach zwei oder drei Menschenaltern schon sehen, was die Schmauchlümmel aus Deutschland gemacht haben. An der Geistlosigkeit, Verkrüppelung und Armseligkeit unserer Literatur wird man es zuerst bemerken." Die Zigarre und Goethe haben den behaglichen Augenblick mit der Dampfwolke überlebt und den Niedergang der Literatur auch.
"Wo man raucht, da kannst du ruhig harren, denn böse Menschen haben Knarren
und nicht Zigarren. Drei Wochen war der Frosch so krank, jetzt raucht er wieder,
Gott sei Dank".
(Wilhelm Busch).
Tabac-Economics
In Lateinamerika flüchten immer mehr Campesinos wegen fehlender Perspektiven in die Städte, berichtet Heinsi Gralon von der Asociacion de Cultivadores de Tabaco do Brasil. Die Tabakindustrie der Region beschäftigt direkt und indirekt acht Millionen Menschen und generiert Steuereinnahmen von rund acht Milliarden US-Dollar pro Jahr. Acht Millionen Menschen bleiben auf dem Land und ersparen sich die Stadt, wo ihnen vor lauter Smog und Elend eh nur die Augen tränen würden.
H. Upmann
Der Name geht jedem Zigarrenraucher leicht über die Lippen. Doch wer war Upmann? Er war Bankier und so vernarrt in die Zigarren, die er aus Kuba erhielt, dass er im Jahre 1844 nach Havana zog und sich dort als Broker und Zigarrenhersteller niederließ. Seine Bank ging Pleite, aber seine Zigarren, von denen jede noch seine Unterschrift trägt, überleben und sind Beispiel für elegante, leichte Habanos. Es gibt über 30 Formate.
Verkostungstreffs mit Geist
Der Zigarrenboom verläuft nach den Gesetzen der Marktwirtschaft. Gute Ware wird knapper und die Preise explodieren. Die Aficionados rüsten geschmäcklerisch auf. Bisher schlürften sie zur feinen Zigarre Whisky, Portwein und Cognac. Jetzt kommen immer mehr exotische Destillate dazu. 1999 sind Edelbrand- und Zigarren-Festivals und Verkostungstreffs en vogue.
Zigarrenschnäpse wie Apfel-, Zwetschgen-, Trester-, Hefe- oder Weinbrand sollten mindestens 45 Volumenprozent haben und im Eichenfaß gelagert sein.
Windows
No Smoke - Software für Windows umfaßt 12 Programme in einem. Das Programm ist mit Methoden und analytischen Segmenten gefüllt. Sie zeigen Mittel und Wege, vom Rauch wegzukommen. No Smoke treibt dem Anwender automatische Gewohnheiten aus, ohne dass er an Gewicht zunimmt. Für besonders kritische Situationen gibt es die Paniktaste. No Smoke umfaßt ein Fun-Video-Game-Package mit Smoke-Zapper. Damit eliminieren Sie Entschuldigungen, und Sie können spielerisch-digital jede Tabakfabrik ausknipsen.
Postanschrift: Autonomy Publishing Corp., PO. Box 901, Larchmont, USA-New York 10538.
Xerophil
Tabakblätter sind xerophile Subjekte der Botanik, welche die ausgewogene Trockenheit lieben - eine Trockenheit, die Jahre dauern muß.
Yemaya
Yemaya, die Göttin des Lebens und des Meeres, ist unter den zigarrenrauchenden Anhängern des afrokubanischen Yoruba-Kults besonders beliebt. Sie ist zäh und unzähmbar und die Schutzpatronin der kubanischen Raucher-Society.
Zedernholz
Man kann jede Zigarre beim Anzünden ruinieren. Die Diskussion ist endlos. Wer nur das Aroma der Zigarre im Gaumen haben will, nimmt zum Anzünden einen Span Zedernholz. Die Tradition ist uralt. Der spanische Jesuit Fray Bartolome Cobo überlieferte, wie die Indio-Kubaner (Tainos) bei ihrem heiligen Ritual Cohoba die bösen Geister einnebelten. Sie lobpreisten zu Beginn der Zeremonie das Cuaba, ein harziges Holz mit dem botaniscben Namen Amyris Balsamifera Lin, das gleichmäßig wie kein anderes brannte.
Cuaba ist heute wieder da. Nicht als Zündholz für Cigarren, sondern als neuer Edel-Puro aus Kuba. Auf der Suche nach Zedernholz kann es Überraschungen geben. Immer mehr kommen unter der Papierverkleidung der Zigarrenkistchen vulgäre Spanplatten und andere Laminate hervor. Überzeugen Sie sich selbst.

