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Hätten wir eine extra Auszeichnung für Individualität und Originalität, dem Restaurant von Anna und Joannis Malathounis wäre sie gewiss. Das sympathische Duo - sie schwäbische Bayerin, er schwäbischer Grieche - bringt sehr viel Farbe ins Gourmet-Allerlei. Sehr persönlicher Service, eine ausgezeichnete internationale Weinauswahl (auch viele griechische Spitzengewächse) und last but not least ein sehr spannender, absolut eigenständiger Küchenstil machen dieses Haus zu etwas ganz Besonderem.
Joannis Malathounis, der als Einzelkämpfer am Herd agiert, bezeichnet seine Küche recht treffend als "modern greek cuisine", di sich jedoch nicht ausschließlich und ganz streng mit authentisch-griechischen Produkten und Rezepturen befasst, sondern sich vielmehr aus dem breiten Angebot des gesamten Mittelmeerraumes bedient. Auch hat die Küche des ambitionierten hellenischen cuisiniers nichts, aber auch gar nichts mit dem gemein, was seine gastgewerblich tätigen Landsleute hierzulande größtenteils so zu Tische bringen. Hohe Qualität der Grundprodukte, handwerkliche sorgfalt und sehr viel Kreativität prägen das vernünftigerweise sehr gestraffte Repertoire. Bei unserem letzten Bescuh grüßte die Küche sehr köstlich mit gefüllter Paprikaspitze, gefülltem Weinblatt, sehr feiner Taramasmousse mit fritierter Sardelle und einem herrlichen Mini-Schweinebauch auf Anis-Majonnaise. Weiter ging es mit butterzartem Lammfilet, sowohl solo auf Sesamcrème als auch in sehr aromatischem Petersiliengelee mit eingelegter Paprika auf einem Salat aus fomsen geröteten Bohnen und Artischocken. Die eingelegte rotbarbe kredenzt Malathounis ganz untypisch, aber sehr harmonisch mit Pak-Choi, Rosinen und Joghurt. Das mit Sezchuan- und Rotem Pfeffer gewürzte Thunfischfilet schwamm mit Fenchelgemüse, getrockneten tomaten und Kapern in einem leichten, würzigen Sud. die zart und saftig gebratenen Kalsbrücken-Tranchen machten mit mariniertem Spargel, Vanille-Chicorée und sehr intensiver Rotweinessig-Reduktion eine sehr gute Figur: sehr leicht, fast erfrsichend und trotzdem herrlich und aromatisch. Die griechischen Weichkäsesorten Manouri und Kefalotiri verschmolzen mit glasiertem Apfel zum herzhaften Sandwich, flankiert von kleinen eingemachten Zwiebeln.
Bei den Douceurs könnten Ihnen zum Beispiel eine Mokka-/Kardamon-Charlotte mit eingemachten Krischen und Schokoladensorbet oder feines Oliveneis auf Kompott von Kumquat und Orangen trefflich munden.


