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Von Brigaden zu sprechen, kann man im "Malathounis" getrost mal lassen. Joannis Malathounis ist Einzelkämpfer am Herd, und seine Frau Anna kommt an den sechs Tischen des holzgetäfelten Restaurants ebenfalls ohne massive Truppenunterstützung aus. Als griechisches Restaurant mit einer "modern greek cuisine" bezeichnet der Koch seine Einkehrstätte. Aber aus seiner Küche kommt kein astreines Griechisch. Kein dänischer Fabrikfeta, keine schlappen Gyros-Lappen. Indessen erhebt sich Malathounis scheinbar mühelos in hellenische Höhen. Von dort oben schaut er auf das gesamte Mittelmeer, sieht Asien, Nordafrika, Italien, Frankreich und - man ahnt es schon, denn die Welt ist ein flacher Teller - ganz weit hinten das Schwabenland. Im Frühling zaubert er in drei Streichen ein Weltreich auf den Tisch: Spargelsülze mit eingelegtem Scampo, Tzaziki und Schnittlauchvinaigrette, gefolgt von orientalischem Lammragout mit Okraschoten-Tempura und cremigem Couscous, schließlich Topfen-Honigcreme mit Rhabarberkompott und Erdbeersorbet (25 Euro). Oder er will es so, dass sich der Eismeer-Kabeljau mit Spargel und Ricotta-Ravioli verträgt. Dann wieder verführt er zu einem Menü, dessen vier Gänge wir hier notiert haben. Es kostet 45 Euro. Aber - beim Zeus! - Malathounis rückt das Menü nur tischweise raus. Manchmal steigen an der Peripherie des Stuttgarter Kessels auch Rauchzeichen auf. Dann tagt der Zigarrenkreis. In Malathounis' Humidor lagern ein paar Dutzend Sorten.
Weinauswahl ***** Sterne, Die gut bestückte und breit angelegt Weinkarte brilliert mit einem besonderen Superlativ: 60 Positionen sind mit Weinen aus Griechenland besetzt (davon mehr als 40 mit Rotweinen). Das dürfte wohl der deutsche Rekord sein. Aber auch die anderen Anbauländer - 13 an der Zahl - können sich mit ihrem Sortiment sehen lassen. Die deutschen Weine - durchweg gute Namen - bringen es auf 83 weiße und 43 rote aus 11 Anbaugebieten, Italien ist mit 90 Gewächsen vertreten (Schwerpunkt Toskana, Piemont und Friaul), Frankreich mit 67 (weitgehend mit Erzeugern aus der zweiten Reihe). Hinzu kommen Kostproben aus Österreich, Ungarn, Spanien, Chile, Argentinien, Kalifornien, Südafrika und dem Libanon. Hinzu kommen fast 40 "Einzelflaschen " aus unterschiedlichen Ländern, einige Raritäten, ein gutes Dutzend Edelsüßer sowie 30 halbe Flaschen, so dass sich am Ende die Karte auf mehr als 400 Positionen summiert. 10 Weine werden zudem offen ausgeschenkt. Die Preise sind sehr fair kalkuliert; ein Rosé aus Baden ist schon für 12 Euro je Flasche zu haben


